Freiberuflichkeit · Zeitmanagement

Zeitmanagement für Freelancer pt.1

Mit dem Zeitmanagement ist es ja an sich schon so eine Sache. Auch schon in meinem 9-to-5-Bürojob hatte ich oft Probleme damit, die richtigen Prioritäten zu setzen und den Arbeitstag sinnvoll zu strukturieren. Dass es als Freelancer nicht unbedingt einfacher werden würde, habe ich mir fast gedacht. Es sind aber dann doch noch ein paar mehr Stolperfallen als gedacht.

Im Moment sieht mein Tag meistens folgendermaßen aus:

Ich stehe auf und mache erst mal ein bisschen Sport (je nach Wetter und Laune gehe ich entweder Laufen, Schwimmen oder mache Yoga). Dann bereite ich ein aufwendigeres Frühstück zu (weil ich ja jetzt mehr Zeit dafür habe). Ich lasse mich gemütlich auf der Couch oder der Terrasse nieder und plane dabei meinen Tag in einem Bullet Journal. Die Liste der To Dos ist meistens sehr ambitioniert und beinhaltet natürlich insbesondere neue Kunden zu akquirieren und mich auf Projekte zu bewerben, um die Freiberuflichkeit so richtig anzukurbeln.

Statt aber direkt danach damit anzufangen, kümmere ich mich meistens erst um den Haushalt. Eine unaufgeräumte Wohnung, in der in jeder Ecke Nichterledigtes lauert, ist schließlich nicht das richtige Arbeitsumfeld, um produktiv sein zu können. Tja, meistens bin ich dann mit dem Haushalt so lange beschäftigt, dass es eigentlich schon wieder Mittagszeit ist. Davor lohnt es sich eigentlich nicht, noch mit etwas anzufangen. Nach dem Saugen, Wäsche machen & Co. ist eine Pause auch sehr verlockend, die mit Instagram etc. schnell ausufern kann.

Nach dem Mittagessen wäre jetzt endlich Zeit sich an die wirklich wichtigen Dinge zu machen. Ein Blick auf die Uhr verrät aber, dass es schon 14:00 Uhr ist! Wo ist nur die Zeit hin? In drei Stunden kommt schon mein Mann nach Hause und eigentlich wollte ich davor schon anfangen, das Abendessen vorzubereiten (nicht, weil er das erwarten würde, aber ich bin ja schließlich zuhause und habe Zeit). Also setze ich mich noch schnell hin und versuche ein paar Dinge zu erledigen. Mit Prokrastinationstalent und Recherchen, die ins Blaue führen, ist die Zeit Ruckzuck vorbei und es ist wieder ein Tag vergangen, an dem nicht wirklich was vorangegangen ist. Ich setze mich auch dann, wenn wir nichts mehr vorhaben, nämlich ungern an unseren gemeinsamen Abenden noch an den Schreibtisch.

So sind die Wochen bisher so dahingerauscht. Die Bilanz sieht beschämend aus.

Die Gefahr ist leider, dass man sich nach Sport und Haushalt schon produktiv und ausgelastet fühlt, obwohl man in die eigentliche Arbeit noch kaum Zeit investiert hat. Ja, die Freiberuflichkeit bringt den großen Vorteil mit sich, sich die Arbeitszeit flexibel einteilen zu können und die Freiheit zu haben, auch andere Dinge wieder mehr in den Fokus zu rücken, für die im Angestelltenverhältnis keine Zeit blieb. Leider ist aber die Gefahr der Ablenkung in der vertrauten Umgebung viel größer. Zudem fehlen Kollegen oder Abteilungsleiter, die an die Dringlichkeit einer Aufgabe erinnern und ein durch Meetings, Abteilungsrunden etc. strukturierter Arbeitstag.

Es wird schnell vergessen, dass auch in der Freiberuflichkeit Arbeit Arbeit bleibt und es auch, wenn man sein eigener Chef ist, Zeitmanagement und Struktur braucht, um wirklich produktiv zu sein.

Ich werde nun also folgendermaßen an die Sache herangehen:

Ich stehe früher auf und setze mich an die wichtigsten Aufgaben zuerst. Erst, wenn der größte Teil erledigt oder zumindest die Vorarbeit schon mal geleistet ist, um später wieder leichter einsteigen zu können, geht es für mich zum Sport und an den Haushalt. Nachmittags knüpfe ich dann an die Vormittagsstunden an. Bevor ich den produktiven Teil des Tages beende, ziehe ich ein Tagesfazit und plane die kommenden Tage und Wochen.

Das kann doch eigentlich nicht so schwer sein?

Meine Pläne scheitern meist daran, dass ich zu viel möchte und mit vielem anfange, aber nichts zu Ende bringe. Eigentlich möchte ich nämlich auch schreiben, regelmäßig Zeitung lesen, viel an der frischen Luft sein und mich bewegen, mich mit Ernährung und Entspannung beschäftigen, Dinge ausprobieren, Möbel restaurieren, Fotoalben fertigstellen und endlich längst eingestaubte Musikinstrumente wieder zum Leben erwecken.

Wo bei all diesen Plänen nur anfangen und dabei nicht das, was mich ernähren soll, aus den Augen verlieren?

Ich werde versuchen, das in den kommenden Wochen strukturierter anzugehen und werde berichten.


Book Kook

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