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Natürliche Beauty-Alternativen: Lavaerde, Kokosöl und Natron

In letzter Zeit war meine Haut gereizt und ich hatte auch immer wieder mit Unreinheiten zu kämpfen. Da schien die Zeit reif, von meiner Routine abzuweichen und etwas Neues auszuprobieren. Mein Schneewittchen-Teint mag Beauty-Experimente nicht gerne und reagiert regelmäßig allergisch auf herkömmliche Cremes, Makeup und Sonnenmilch. Statt mir also neue Produkte aus der Drogerie zu holen, wollte ich es diesmal mit Naturkosmetik versuchen. Ich beschäftige mich schon seit Längerem mit ökologischen Alternativen, war aber bei Körperpflege und Kosmetik bisher nicht konsequent und mutig genug. Jetzt, da ich nicht mehr täglich ins Büro muss, gibt es da keine Ausreden mehr!

In verschiedenen Blogs und Magazinen habe ich nach den für mich geeigneten Produkten gesucht. Wichtig war für mich, dass die Naturvarianten möglichst unkompliziert zu erwerben und anzuwenden sind, kein zu großes Loch in den Geldbeutel reißen und ich mich trotzdem gepflegt fühle.

Ich bin auf drei interessante Alternativen gestoßen:

1) Lavaerde (als Waschgel und zum Waschen der Haare, Quelle: Smarticular)
2) Kokosöl (als Hautpflege und Sonnenschutz, Quelle: Zentrum der Gesundheit)
3) Natron und Kokosöl (als natürliches Deodorant, Quelle: Die liebe Lea vom YouTube-Kanal Gar Nichz)

Nach einer Woche kann ich Folgendes berichten:

Lavaerde

Ghassoul bzw. Lavaerde ist eine seifige Tonerde ohne Tenside, die traditionell seit dem 11./12. Jahrhundert in Nordafrika und Teilen des Nahen Ostens verwendet wird. In Marokko und Tunesien ist Lavaerde noch heute Teil des Hamam-Rituals und neben Henna und Milch ein traditionelles Hochzeitsgeschenk.

Ich habe mir die Lavaerde von Logona bei vitafy bestellt und für 1000g € 17,72 inkl. Versandkosten bezahlt. Nach Anleitung auf der Packung vermische ich sechs Esslöffel der Lavaerde mit der doppelten Menge Wasser in einer Schale und lasse die Mischung kurz quellen, bis die Klumpen sich aufgelöst und Wasser und Pulver zu einer homogenen Masse geworden sind. Diese Menge hat zum Waschen von Körper und Haaren bei mir gut ausgereicht. Die Lavaerde selbst ist nahezu geruchlos. Sie kann mit ätherischen Ölen oder Rosenwasser verfeinert werden.

Körper:
+ angenehmes, weiches Körpergefühl nach dem Waschen
+ keine Hautirritationen mehr und weniger trockene Stellen
+ Frischegefühl trotz geruchsneutraler Pflege

aufwendigere Handhabung als bei herkömmlichen Duschgels
Dusche muss danach evtl. gereinigt werden
Pulverrückstände unter den Fingernägeln

Haare:
+ mehr Glanz und Feuchtigkeit, weniger spröde
+ leichtere Kämmbarkeit
+ glattere Struktur
+ Kopfhaut weniger trocken

mehr Talg im Ansatz (nicht richtig fettig, aber fühlt sich weniger frisch an)
nach Sport schnellerer Geruch

Ich muss gestehen, dass ich nach einer Woche rückfällig geworden bin und mir die Haare gestern wieder mit Shampoo gewaschen habe. Wir waren mit Freunden verabredet und ich wollte wieder meine frischen Haare ohne fettig wirkenden Ansatz zurück. Leider haben sie dadurch aber sofort wieder an Glanz verloren und sind deutlich spröder. Ich denke, ich werde bei der nächsten Haarwäsche wieder zur Lavaerde zurückkehren und der Umstellung mehr Zeit geben. Viele YouTuber, die „No Poo“ oder „Water only“ ausprobiert haben, empfehlen, die Haare erst mal mit Natron zu waschen, um so überschüssige Silikone und chemische Zusätze zu entfernen. Vielleicht sollte ich das auch versuchen. Abgesehen vom fettig wirkenden Ansatz, war ich nämlich mit der Wirkung sehr zufrieden.

Die Körperpflege und Reinigung meines Gesichts mit Lavaerde werde ich bis auf Weiteres beibehalten. Meine Haut hat sich noch nie so weich angefühlt! Mit ein bisschen mehr Routine ist die Anwendung auch bestimmt nicht mehr so aufwendig und die Dusche danach sauberer.

Kokosöl

Ich creme mich im Gesicht morgens und abends mit nativem Kokosöl von alnatura ein. Da meine Haut danach sehr glänzt, tupfe ich mit einem Tuch das überschüssige Öl wieder ab. Ansonsten reibe ich nur trockene Körperstellen ein bzw. unbedeckte Körperstellen, bevor ich in die Sonne gehe. Kokosöl hat Lichtschutzfaktor 7, was bei meiner hellen Haut für längeres Sonnenbaden leider nicht ausreicht. Für kurze Aufenthalte in der Sonne ist es aber eine super Alternative.

Insgesamt dankt mir meine Haut das natürliche Öl sehr. Sie spannt nicht mehr, fettet weniger nach und fühlt sich angenehm gepflegt an. Das Kokosöl verstopft die Poren nicht und spendet trotzdem viel Feuchtigkeit. Noch dazu ist Kokosöl sehr ergiebig und preiswert. Ich kann es nur empfehlen!

Natron und Kokosöl

Natron neutralisiert nicht nur unangenehme Gerüche im Haushalt, sondern auch Schweißgeruch und das, ohne die Schweißdrüsen zu verstopfen.

Ich habe mir auf Leas Empfehlung hin Baking Soda bei dem Online Shop Food Oase bestellt. 450 Gramm kosten € 4,79 (zzgl. € 4,50 Versandkosten). Ich verwende einen gestrichenen Teelöffel davon und vermenge ihn in der Handfläche mit etwa zwei Teelöffeln Kokosöl. Durch die Handwärme wird daraus schnell eine flüssige Masse, die sich leicht in den Achselhöhlen verteilen lässt. Wenn sie zu flüssig sein sollte, kann man auch ein Wattestäbchen zum Auftragen verwenden.

+ die Schweißdrüsen werden nicht verstopft (wie herkömmliche Deos mit Aluminiumchlorid)
+ zuverlässiger Schutz vor Geruch
+ angenehmer Kokos-Geruch

leichte Öl-Rückstände auf der Kleidung
leichte Hautirritation in den Achselhöhlen
kein Schutz vor Achselnässe

Insgesamt bin ich von dieser Alternative überzeugt, da sie zuverlässig vor Geruch schützt. Selbst nach 34km Radfahren habe ich noch angenehm nach Kokos gerochen. Ich werde in den nächsten Tagen weniger Natron verwenden und hoffe, dass die Irritationen dann zurückgehen. Da ich vorher ein Antitranspirant verwendet habe, ist es auch gut möglich, dass meine Haut auf die ungewohnte Achselnässe reagiert. Ich werde das beobachten, aber erst mal dabeibleiben. Mich stört die Nässe bis jetzt nicht, solange sie geruchlos ist. Bei Vorstellungsgesprächen oder Hochzeiten wird es sich noch zeigen, ob ich mutig genug bin oder doch wieder zu einem Antitranspirant greife.

Ich freue mich schon darauf, weitere Alternativen auszuprobieren. Ich hätte da zum Beispiel noch an selbst gemachte Sonnencreme, Haarspülung und ein Gesichtspeeling gedacht. Ein Peeling aus Meeressalz und Olivenöl habe ich schon ausprobiert, war aber leider nicht überzeugt. Das Öl hat bei mir zu sehr gefettet und war nur schwer wieder zu entfernen. Aber da gibt es sicher noch Varianten.


Book Kook

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4 Kommentare zu „Natürliche Beauty-Alternativen: Lavaerde, Kokosöl und Natron

  1. Kokosöl funktioniert leider bei meiner Haut gar nicht, da kriege ich leider sehr ölige Haut und Pickel von. Sehr schade! Nehme aber stattdessen Jojoba-Öl, hilft auch gut gegen Sonne und ist nicht so schmierig bei mir.

    Lavaerde ist auch super. Ich nehme die von margilé (strenggenommen Mineralerde, aber das gleiche Prinzip) für Haut und Haare als Maske und habe davon wirklich glänzendes Haar und tolle Haut bekommen.

    Die meisten glauben ja nie, dass Naturkosmetik effizient sein kann – was ein Irrtum!

  2. Liebe Tina,

    vielen Dank für deinen Kommentar!

    Die Wahl fiel bei mir auf Kokosöl, weil ich es ohnehin zum Kochen zuhause hatte. Leider habe ich auch noch Unreinheiten – wenn auch nicht mehr als vorher. Welches Jojoba-Öl verwendest du?

    Meine Haare bleiben mit der Lavaerde leider am Ansatz immer noch leicht fettig. Ich denke, ich werde die Packung aufbrauchen und dann die Mineralerde ausprobieren. Danke für den Tipp!

    Ja, die meisten aus meinem Umfeld können gar nicht glauben, dass ich damit zurechtkomme. Aber ein paar probieren es jetzt auch selbst aus. Fühlt sich super an, auf die ganzen chemischen Zusätze verzichten zu können.

    Liebe Grüße!

  3. Gerne doch. Wenn deine Haare sehr fettig am Ansatz sind, würde ich die rote empfehlen.

    Ich nehme einfach das Öl aus dem DM. Sieht jetzt nicht besonders gut aus die Flasche und ist meist etwas versteckt (neben dem Karottenöl, hihi), aber es ist – wenn man mal der Beschreibung glauben darf – kalt gepresst und aus natürlichem Anbau. Preis ist gut, Qualität auch.

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