Bücher · Lieblinge · Literatur

Meine 10 Lieblingsbücher

Als Leseverrückte habe ich natürlich in meinen drei Lebensjahrzehnten schon so einige Bücher gelesen. Wenn ich nach meinen Lieblingsbüchern of all time gefragt werde, bin ich immer wieder überfordert. Ich will heute trotzdem versuchen, meine zehn liebsten Bücher zusammenzutragen. In die Auswahl haben es nur Bücher geschafft, die bei mir etwas in Gang gesetzt und eine nachhaltige Wirkung auf mich ausgeübt haben. Es sind eher Klassiker als Geheimtipps. Das liegt natürlich daran, dass ich Literatur studiert habe. Vielleicht stelle ich auch noch eine Liste mit weniger bekannten Büchern zusammen, so dass für den einen oder anderen noch neuer Lesestoff dabei ist.

Jetzt aber zu meinen Lieblingsbüchern:

Astrid Lindgren: Die Kinder aus Bullerbü

Als erstes Buch muss ich „Die Kinder aus Bullerbü“ von Astrid Lindgren nennen. Auch, wenn ich vielleicht andere Kinderreihen von ihr lieber mochte (wie z.B. „Madita“ und „Michel aus Löneberga“), wird dieses Buch immer etwas ganz besonderes für mich sein. Es war nämlich das erste, das ich allein gelesen habe, sozusagen mein persönlicher Einstieg in das Lesen. Wenn es nach meiner Mutter gegangen wäre, hätte ich Britta geheißen. Leider waren wir in meiner Kindheit trotzdem nie in Schweden. Zum Glück konnte ich das mit einem Auslandssemester in Falun nachholen. Schweden wird immer einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen haben.

Otfried Preußler: Krabat 

Zum 12. Geburtstag habe ich von meiner Tante „Krabat“ von Otfried Preußler geschenkt bekommen. Wenn ich mich richtig erinnere, hat mein Vater meinem Bruder und mir daraus vorgelesen, bevor ich es selbst gelesen habe. Ich war so beeindruckt von der unheimlichen Atmosphäre, dass ich das Buch als Referatsthema in der Schule ausgewählt habe. Mühevoll habe ich jedes Kapitel zusammengefasst, um dem Buch gerecht zu werden. Umso größer war meine Enttäuschung, als ich auf das Referat nur eine 2- bekommen habe. Ich war wohl mit 12 doch noch ein wenig zu jung für dieses großartige Buch. Seit dem habe ich es immer wieder gelesen und entdecke jedes Mal neue Facetten.

Anne Frank: Tagebuch

Das Tagebuch der Anne Frank ist ein ganz besonderes Buch für mich, weil es mich zum Schreiben gebracht hat. Ich habe es im Bücherschrank meiner Eltern entdeckt und heimlich gelesen. Ich muss damals auch ungefähr 12 Jahre alt gewesen sein. Danach wollte ich so schreiben wie Anne und habe ebenfalls Briefe an eine imaginäre Freundin (namens „Biggy“) verfasst. Das war der Beginn meines jahrelangen Tagebuchschreibens. Worum es tatsächlich in den Tagebuchnotizen von Anne ging, habe ich sicherlich nicht begriffen. Das kam erst später. Da war ich betroffen von ihrem Schicksal, konnte mich aber nicht mehr so gut mit ihr identifizieren. Sie kam mir besserwisserisch und egozentrisch vor.

Agatha Christie: Miss Marple/Hercule Poirot  

Meine Liebe zu Krimis begann wohl mit den Abenteuern der drei ???, die mein Vater uns jahrelang vorlas. Erste eigene Krimilektüre waren aber die Fälle von Miss Marple. Da meine Eltern kein einziges Buch von Agatha Christie zuhause haben, vermute ich, dass ich die Bände damals in der Bücherei ausgeliehen habe. Später entdeckte ich auch die Bände mit Hercule Poirot für mich und mochte seine deduktive Herangehensweise sogar noch lieber. Besonders spannend fand ich versteckte Konflikte und psychologische Abgründe innerhalb der Familie. „Hercule Poirot’s Christmas“ war noch dazu meine erste englische Lektüre, von der ich allerdings noch nicht allzu viel verstanden habe.

William Shakespeare: Macbeth

Besser lief es dann schon im Englisch-LK mit „Macbeth“  von Shakespeare. In meinem Anglistik-Studium habe ich viele seiner Dramen sehr gerne gelesen, „Macbeth“ ist aber das Stück, das die größte Wirkung auf mich hatte. Der Stoff begegnete mir in meinem Studium immer wieder und faszinierte mich jedes Mal aufs Neue. Wie in allen Werken Shakespeares sind auch in „Macbeth“ so viele zeitlose Motive und Themen gebündelt (Macht, Schuld, Gewissen, Wahnsinn, Liebe, Geschlechterrollen, Glaube und Aberglaube).

Dostojewski: Schuld und Sühne

Mein erstes Werk von Dostojewski einem russischen Autor war „Krieg und Frieden“, am liebsten gelesen habe ich aber „Schuld und Sühne“. Ich schätze den russischen Realismus sehr und in diesem Werk sind so eindrucksvoll wie nirgendwo sonst die Auswirkungen eines Verbrechens auf die menschliche Psyche beschrieben.

Arthur Conan Doyle: Sherlock Holmes

Nach Hercule Poirot von Agatha Christie und C. Auguste Dupin von E. A. Poe kam ich natürlich an Sherlock Holmes nicht vorbei. Mein Cousin hat mir eine wunderbare Gesamtausgabe mit Goldprägung  geschenkt und ich habe nach und nach mit Begeisterung alle Fälle gelesen. Ich freue mich schon auf den Herbst und gemütliche Stunden mit Sherlock Holmes vor dem Kamin.

Edgar Allan Poe: The Fall of the House of Usher

Der Meister der Kurzgeschichte begleitet mich schon lange, deshalb lag es nahe, mich auch in meiner Magisterarbeit mit Edgar Allan Poe zu beschäftigen. Meine liebste Kurzgeschichte von ihm wird aber wohl immer „The Fall of the House of Usher“ bleiben. Die Atmosphäre, die Poe heraufbeschwört, ist einzigartig, ebenso die Bildhaftigkeit. Ein Meisterwerk, das mich auch bei meinem eigenen Schreiben sehr inspiriert.

Sylvia Plath: The Bell Jar

Als weibliche Anglistik-Studierende kommt man an Sylvia Plath nicht vorbei. So vieles fasziniert an ihrem Werk und ihrer Person. Auch ich bin ihr erlegen. In keinem Werk habe ich so treffend und zeitlos von einer jungen Frau gelesen, die trotz herausragender Talente und Möglichkeiten an sich selbst und ihrer eigenen Leistung verzweifelt. Ich kann mich mit Esther, die in einer Glasglocke gefangen ist, sehr gut identifizieren und freue mich darauf, den Roman bald wieder neu zu lesen.

Karl Ove Knausgard: Kämpfen

Zuletzt noch ein aktuellerer Titel, den ich zwar gerade noch lese, den ich aber jetzt schon zu meinen Lieblingsbüchern zähle. Die „Min Kamp“-Reihe von Karl Ove Knausgard begleitet mich seit Erscheinen des dritten Bandes „Leben“. Nach und nach habe ich alle Teile gelesen. Der letzte Band gewährt tiefe Einblicke in den Entstehungsprozess der Reihe und die Auswirkungen dieses gewaltigen Projekts auf Knausgards Leben und seine Familie. Ich war wie bei allen Bänden abwechselnd abgestoßen von der Ichzentriertheit des Autors und gleichzeitig fasziniert von der schonungslos ehrlichen Darstellung eines Lebens, in der banale, alltägliche Dinge und philosophisch-literarische Diskurse gleichwertig nebeneinander stehen. Ungefilterte Einblicke in die Kindererziehung aus der Sicht eines Mannes und den Schreiballtag Knausgards machen die Reihe für mich zu einem einzigartigen Leseerlebnis. Schade, dass die Reihe mit diesem Band endet.

Ich stelle fest, dass es noch schwerer ist als gedacht, die Auswahl der einzelnen Titel zu begründen. Selbst bei meinen Lieblingsbüchern habe ich leider viele Einzelheiten vergessen. Aber genau aus diesem Grund führe ich ja diesen Blog: um meine Leseeindrücke festzuhalten. So dass ich mich auch später noch daran erinnern und mich mit anderen Literaturbegeisterten austauschen kann.

Book Kook

Advertisements

2 Kommentare zu „Meine 10 Lieblingsbücher

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s